Worum geht es in dem Deklamationsstück „Rache ist nicht unsere, sondern Gottes“?

Das Deklamationsstück „Rache gehört nicht uns, es ist Gottes“ handelt von den Schrecken des Krieges, die ein kleiner Junge durchlebt, und seinem Verlangen nach Rache. Das Stück beschreibt die Verhaftung und anschließende Erhängung des Vaters des Redners sowie den Bombenangriff, bei dem die Mutter des Redners getötet und er blind und mittellos zurückgelassen wurde. Nach jedem dieser schrecklichen Ereignisse drückt der Sprecher seinen Wunsch nach Rache aus. Die sterbenden Worte seiner Mutter sind: 'Rache ist nicht unsere, sondern Gottes.'



Eines der Hauptthemen, die in diesem Deklamationsstück diskutiert werden, ist das der Rache. Der Titel des Stückes besagt, dass die Rache allein Gott zusteht und nicht dem Menschen. Im gesamten Stück wird diese Idee jedoch in Frage gestellt; ganz wörtlich, zum Beispiel, wenn der Redner rhetorisch fragt: 'Rache ist nicht unsere?'

Diese rhetorische Frage erlaubt es dem Leser, die wahre Natur und den Wert der Rache zu hinterfragen. Der Sprecher des Stücks bleibt ein blindes, verarmtes Waisenkind, das auf der Straße um Almosen bettelt. Selbst wenn er Rache geübt hätte, wäre es substanzlos gewesen. In diesem Sinne „gehört“ Rache wirklich nicht dem Menschen.

Göttlichkeit und Rache sind im ganzen Stück miteinander verwoben, insbesondere angesichts der Behauptung, dass Rache Gott gehört. Der Sprecher sagt: „Vergeben ist göttlich, aber Rache ist süßer“ und ändert die ursprüngliche Verbindung von Rache mit Göttlichkeit. Anstatt Rache an die Göttlichkeit zu binden, wird Vergebung als göttlich bezeichnet. Dieses komplexe Zusammenspiel unterstreicht die Verwirrung des Sprechers, der versucht, die wahre Natur der Rache zu erkennen.